Franz-Hillebrand-Hauptschule geht Lernpartnerschaft ein
Während der Schulzeit über den „Tellerrand" schauen und sich mit der Arbeitswelt vertraut machen, können ab
sofort die Schüler der Franz-Hillebrand-Hauptschule. Die Schule an der Uferstraße geht eine Kooperationsbeziehung
mit Unternehmen und Betrieben der regionalen Wirtschaft ein. Lernpartnerschaft bedeutet eine langfristige,
regelmäßige Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen. „Ziel ist, zwischen Unternehmen und Schule eine Brücke zu
schlagen und eine langfristige Kooperation aufzubauen, die beiden Seiten Vorteile bringt", betont der Verein Jugend
in Arbeit e.V.
Die Lernpartnerschaft ermögliche den Schülern eine frühzeitige Berufsorientierung. Dazu gehören Praktika,
Betriebserkundigungen mit „hautnahen Einblicken in den beruflichen Alltag" oder eine wirtschaftsorientierte
Unterrichtsgestaltung. Die Betriebe bekommen ihrerseits die Chance, mögliche zukünftige Auszubildende bereits
während der Schulzeit kennenzulernen. Die Franz-Hillebrand-Schule wird in Zukunft mit der Baugesellschaft Zabel
GmbH, H.D. Niehues, der Ray facility management group, dem AWO Seniorenzentrum Ickern, der Debeka Versicherung und
Bausparen, der Nowak Fahrzeugtechnik GmbH und der Ickerner Markt-Apotheke zusammenarbeiten. „Der Standort von
Schule und Unternehmen sollte in unmittelbarer Nähe voneinander sein, da nur so ein gutes Nachbarschaftsverhältnis
aufgebaut werden kann", sagt der Verein Jugend in Arbeit.
Der Verein initiiert die Lernpartnerschaft im Rahmen des Projektes „Top 10 - Perspektive Ausbildung" gemeinsam mit
Partnern der Agentur für Arbeit und dem Kreis
Recklinghausen. Im Sinne der beruflichen Zukunft der Jugendlichen leiste die Lernpartnerschaft einen wichtigen
Beitrag, der für weitere Partner als Anregung dienen könne, diesen Weg mitzugestalten. Eva Steininger-Bludau,
stellvertretende Bürgermeisterin, Schulleiter Peter Brauckmann, Roland Butz, Kreisdirektor Recklinghausen, sowie
Vertreter der einzelnen Unternehmen, der Agentur für Arbeit, der Schule und des Vereins Jugend in Arbeit brachten
den Lernpartnerschaftsvertrag „unter Dach und Fach".
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AWO Seniorenzentrum Ickern |
Hoch hinaus
Zwölf Schüler der Franz-Hillebrand-Hauptschule waren für einen Tag Dachdecker auf Probe
"Anziehen, nachsetzen und dann wieder anziehen", so erklärt der erfahrene Dachdecker Ingo Tügemann den Schülern
der Franz-Hillebrand-Hauptschule den Umgang mit dem Brecheisen. Die Schüler reagieren erst zaghaft, aber dann
versuchen sie es selbst beinahe so gut wie die Profis. Im Rahmen des Berufsorientierungsprogramms der
Franz-Hillebrand-Hauptschule haben gestern zwölf Schüler der neunten Klasse einen luftigen Beruf kennen gelernt.
Die Schüler mit dem Schwerpunkt Physik waren zu Gast bei dem Dachdeckerbetrieb Niehues im Waltroper
Industriegebiet. Bei der ersten Vernstaltung dieser Art wurden die Schüler zuerst über das
Berufsfeld des Dachdeckers informiert und über die Arbeitsmaßnahmen sowie die Sicherheitsvorschriften aufgeklärt.
Danach begann das, worauf die Schüler die ganze Zeit sehnsüchtig gewartet haben: Der praktische Teil des
Informationstages. Gemeinsam mit den Schülern deckte Geselle Ingo Tügemann zuerst ein Übungsdach ab, um eine
Reparatur zu simulieren, dann galt es das "beschädigte" Dach zu reparieren und neu einzudecken. Dabei kamen nicht
nur die Muskeln, sondern auch die Köpfe gehörig ins Schwitzen, denn bevor ein Dach wieder hergericht werden kann,
müssen zuerst die neuen Dachlatten und die Dachfläche vermessen werden, damit kein Material verschwendet wird und
nachher alle Elemente richtig zusammen passen. "Bei dem Beruf braucht man körperliches Geschick und Köpfchen,
außerdem macht die Arbeit Spaß", sagt Schüler David Babic. Er würde gerne ein Praktikum und eine Lehre bei Heinz
Niehues machen. Für die Initiatoren diese Aktion - Heinz Niehues, Wolfgang Bücker, Lehrer sowie Marcus Sommerey
vom Jugend in Arbeit e.V. - ist es besonders wichtig, dass die Schüler praktische Erfahrungen sammeln und dabei
ihre Kompetenzen stärken.
Schon wie die Profis: Die Schüler der Franz-Hillebrand-Hauptschule versuchen sich unter den wachsamen Augen von
Geselle Ingo Tügemann und Meister Heinz Niehues als Dachdecker. Foto: M. Eickelkamp